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Geschichte des Friedhofs Waldhusen

Geschichte des Friedhofs Waldhusen


Um die Jahrhundertwende wurde durch das Voranschreiten der industriellen Entwicklung mit dem Bau des Hochofenwerkes 1905 der Stadtteil Kücknitz immer größer. Und so wuchs auch der Wunsch der Einwohner von Kücknitz nach einem eigenen Friedhof. Dem stand nichts mehr entgegen, als 1909 der Hofbesitzer Wilhelm Eggers aus Dänischburg der Gemeinde das Grundstück einer ehemaligen Kiesgrube im Stadtteil Kücknitz am Rande des Waldhusener Forstes schenkte.

Erwin Barth, der spätere Professor für Gartenkunst in Berlin, der auch den Vorwerker Friedhof plante, verwandelte diese Sandwüste in die heutige Parklandschaft und damit, wie einige Kenner behaupten, in einen der schönsten Friedhöfe Norddeutschlands. Barth plante den Friedhof als Waldfriedhof mit einem Achsenkreuz und zwei umlaufenden Rundwegen. Allein 2,5 ha des Waldhusener Friedhofs bestehen aus Wasserfläche; darunter befinden sich drei Naturteiche. Die Feierhalle liegt im Südwesten des Achsenkreuzes. 1909 wurde der Waldhusener Friedhof als „Friedhof zu Kücknitz“ eingeweiht, am 03.12.1909 wurde erstmals bestattet.

Der Waldhusener Friedhof mit seinen zu Beginn 1.300 Gräbern stand zunächst unter der Verwaltung der Landgemeinden Ivendorf, Pöppendorf, Dummersdorf, Siems und Kücknitz (heute alles Stadtbezirke der Hansestadt Lübeck), ehe er am 01.06.1929 von der Friedhofsverwaltung der Hansestadt Lübeck übernommen wurde. Um die zahlreichen Kriegstoten beerdigen zu können, wurde der Friedhof in den Jahren 1945 – 46 vergrößert. In diesem neuen Teil befinden sich auch die 172 Kriegsgräber, in denen u. a. Verstorbene aus dem Flüchtlingslager Pöppendorf, die an den Strapazen der Flucht gestorben waren, bestattet wurden.

Bis zum Jahre 1950 fanden Trauerfeiern in einer kleinen Feierhalle, die heute als Geräteschuppen dient, oder in der St. Johannes-Kirche in Kücknitz statt, da der Friedhof über keine eigene Kapelle verfügte. Am 26.11.1950 wurde die Kapelle 1 mit Leichenhalle eingeweiht. Aus statischen Gründen wurde der Glockenturm neben der Kapelle errichtet. Ein großes Holzkreuz als Mahnmal für die Opfer des 2. Weltkrieges befindet sich in der Nähe der Kapelle.

1951 wurde der Friedhof zum zweiten Mal, diesmal bis zum Bahngleis der Linie Lübeck – Travemünde, vergrößert. Das Meisterbüro wurde 1953 errichtet, der Glockenturm neben der Kapelle 1956. Da der Stadtteil Kücknitz durch den neuen Ortsteil „Roter Hahn“ erheblich angewachsen war, wurde der Friedhof 1959 ein weiteres Mal, diesmal über die Bahnstrecke hinweg, um die Flächen des 1949 aufgelösten Stadtgutes Kücknitz erweitert. Um diesen Erweiterungen Rechnung zu tragen, wurde 1963 die Kapelle 2 mit eigener Leichenhalle errichtet und eingeweiht.